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STRESS ESSEN Teil 2: Was du tun kannst!

Stress Essen was du tun kannst

Bist du ein Stress Esser?

Wenn ja – dann bist du hier genau richtig! Auch ich habe unter dem Stress Essen gelitten und konnte das ganze innerhalb der letzten Jahre glücklicherweise ablegen. In diesem Beitrag habe ich zusammen gefasst, welche Schritte dafür notwendig waren. Vielleicht hilft dir dieser Leitfaden weiter. Ich würde mich jedenfalls wirklich sehr über dein Feedback freuen!

Stress ist ein Alltagsphänomen und wird meistens einfach erduldet. Wir wissen alle, dass Stress uns auf Dauer Krank macht und sich auch psychosomatisch zeigen kann (z.B. durch Bauchschmerzen) oder sogar als begünstigender Faktor für schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs gilt. Trotzdem lassen wir uns stressen – weil unser Chef, unsere Verwandten oder Kollegen Druck aufbauen.

Fakt ist also: fast jeder hat (zumindes Phasenweise) Stress. Und wie ich bereits in den ersten Teil dieser Blogreihe EMOTIONALES ESSEN – Teil 01: die Gründe erklärt habe, sind die meisten von uns unbewusst auf „Essen als Entspannung“ konditioniert worden. Solltest du Teil 01 noch nicht gelesen haben, empfehle ich dir auf jedenfall, den Blogpost als erstes zu lesen!


Stress Essen was du tun kannst

Stress Essen was du tun kannst

Stress Essen was du tun kannst


Schritt 01: Erkenne, dass du ein Problem hast!

Das klingt jetzt vielleicht unspektakulär – aber die meisten Menschen sind sich gar nicht bewusst, dass Emotionales Essen bzw. Stress Essen nicht „normal“ ist und sie darunter leiden. Denn auf den Kontrollverlust folgt meistens das schlechte Gewissen, und das tut uns natürlich nicht gut. Wenn du diesen Artikel gefunden und dich entschieden hast, dass du ihn lesen möchtest, bist du wahrscheinlich gerade dabei genau diesen Schritt zu machen.

Es ist unheimlich wichtig, sich in dieser Phase mit dem Problem Stress Essen eingehend zu befassen. Viele von uns – und das betraf auch mich! – sind Meister darin, dieses Problem einfach zu ignorieren. Du fühlst dich vielleicht nicht gut, wenn du einen Becher Eiscreme innerhalb von 2 Minuten verdrückt hast oder den Kühlschrank zwanghaft nach Nahrung durchsuchst. Aber heißt das, dass du dich mit dem Problem auseinander setzt? Wahrscheinlich nicht.

Das ist auch verständlich – denn du hast offensichtlich gerade Stess und dein Gehirn schreit nach einem Ventil. Ausgerechnet in dieser Situation inne zu halten und sich über ein Problem Gedanken zu machen, entspricht nicht unserem instinktiven Verhalten. Wir wollen eine Lösung – jetzt, hier und sofort! Und diese Lösung heißt jetzt Ben & Jerry´s, unser Kopf ist sich da ganz sicher. Und sobald wir das Ventil genutzt haben, das schlechte Gewissen (und vielleicht auch die Bauchschmerzen) nachgelassen haben und wir uns wieder in unseren stressigen Alltag stürzen, haben wir schon wieder vergessen, dass unser Unterbewusstsein ganz leise gesagt hat: „Hey, eigentlich ist das nicht okay!“

Du musst also irgendwie den Schritt schaffen, ein paar Ruhige Minuten zu finden, in denen du dich mit diesem Problem befassen kannst. Vielleicht schreibst du dir eine Erinnerung in dein Handy, dass du nach Feierabend mit deinem Partner oder deiner besten Freundin darüber sprichst. Einfach um das Kind einmal beim Namen zu nennen – dann ist es offiziell und lässt sich nicht mehr so leicht verdrängen.

Schritt 02: Suche dir einen Verbündeten!

Gemeinsam ist es leichter. Überlege dir, wer aus deinem nahen Umfeld dich unterstützen könnte! Optimalerweise leidet diese Person NICHT unter Emotionalem Essen – denn dann kann sie viel objektiver auf die Situation blicken und mit dir nach Lösungen suchen.

Bei mir war es glücklicherweise mein Mann, der mich wundervoll unterstützt hat. Für ihn hat Essen keinen hohen Stellenwert – schön, wenn es etwas leckere gibt, wenn nicht stört es ihn aber auch nicht. Im Umkehrschluss vergisst er in stressigen Situationen eher zu essen. Das ist auch nicht optimal, hat aber in der Regel immerhin kein Übergewicht und Gewissensbisse zur Folge.

Wichtig ist, dass du dieser Person zu 1000% vertraust und dir sicher bist, dass sie dir definitiv ihre ehrliche Meinung sagen wird. Alles andere hilft dir nicht weiter! Im Gegenzug musst du natürlich kritikfähig sein und vor allem auch damit umgehen können, wenn schmerzhafte Punkte besprochen werden. Würdest du in dieser Situation abblocken oder deinem Gegenüber diese Gespräche nachtragen, wird er dich natürlich nicht mehr unterstützen wollen. Außerdem wird Zickerei deinerseits auch eure Beziehung belasten – bereite dich also gut auf dieses Gespräch vor und sei dir bewusst, dass ihr ein TEAM seid und keine Gegener.

Schritt 03: Identifiziere die Ursache!

Wenn du also einen Verbündeten hast, macht ihr euch auf die Suche nach den Ursachen, die das Stress Essen bei dir auslösen. Gibt es bestimmte Situationen, in denen du Panik bekommst und mit Heißhunger reagierst? Gibt es vielleicht Personen, die das Gefühl von Hilflosigkeit bei dir auslösen? Es ist gut möglich, dass es gleich mehrere Auslöser gibt.

Versucht im Gespräch möglichst viele Situationen durchzuspielen, in denen du dieses Ventil gebraucht hast. Analysiert möglichst genau, WAS der entscheidente Faktor war, der den Stein ins Rollen gebracht hat.

Ich empfehle dir, diese Gespräche und Erkenntnisse schriftlich festzuhalten. Es hilft oft, eine Art „Tagebuch“ zu führen. Solltest du das nächste mal wieder die Kontrolle verlieren, schieb das schlechte Gewissen beiseite und notiere dir stattdessen SOFORT, wie die Situation entstanden ist, wie du dich dabei gefühlt hast und welche Erkenntnisse du daraus gewinnen kannst.

Du wirst nicht von heute an das Stress Essen einfach abstellen können. Aber wenn du beginnst aus den Situationen zu lernen, wirst du auch individuelle Lösungen entwickeln können. Wichtig ist, dass du dich nicht selbst geißelst! Das ganze ist ein Prozess, der seine Zeit brauchen wird. Wenn du dich selbst bestraftst, baust du selbst Druck (= Stress) auf und verschlimmerst die ganze Situation nur.

Schritt 04: Suche nach Lösungen!

Sobald ihr eine Situation analysiert habt, versucht ihr aktiv eine Lösung dafür zu finden. Wichtig ist, dass du dich nicht länger in die „Opferrolle“ begibst, sondern die Sache in die Hand nimmst! Dabei ist es völlig normal, dass der erste Lösungsansatz vielleicht nicht direkt funktioniert. In diesem Fall analysierst du wiederum, WESHALB du den Kontrollverlust nicht verhindern konntest.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das frustrierend sein kann. Wirklich, ich war genau in der selben Situation. Aber wenn du dir jedes Mal die Frage stellst: „An welchem Punkt konnte ich den Prozess nicht mehr aufhalten?“ wirst du auch irgendwann DIE eine Schnittstelle finden, an der du dich aus dem Teufelskreis raus ziehen kannst.

Ich versinnbildliche man anhand einer ganz anderen Situation, was ich meine. Meine Hündin Nala (Gott, sie ist ein Schatz!) hat nicht viel Macken – aber sie hat einen ausgeprägten Jagdtrieb. Katzen, Kaninchen, Igel, Eichhörnchen, Rehe – alles was sich bewegt ist interssant. Jetzt hätte ich mir sagen können, dass ich das nunmal nicht verhindern kann und sie immer an der Leine bleibt. Doch ist das gerecht ihr gegenüber?

Jagen ist ein Instinkt, eine genetische Sequenz wie fressen, schlafen oder bellen. Für sie ist es nicht verständlich, dass ich das nicht möchte. Statt zu schimpfen oder sie an die Leine zu „ketten“ habe ich also anaylsiert, was das Problem war. Grundsätzlich lässt sie sich problemlos abrufen – also habe ich damit begonnen, sie regelmäßig zu mir zu rufen und sie zu belohnen. So wurde ich draußen immer interessanter und ihr Bewegungsradius wurde verkleinert, weil sie näher bei mir blieb. Außerdem beobachtete ich die Umgebung, um Wild möglichst vor ihr zu sehen.

Weil es natürlichh trotzdem Situationen gab, in denen ich nicht aufmerksam genug war, konnte ich herausfinden, dass sie eine bestimmte Körperhaltung einnimmt, wenn sie etwas wittert. Danach hebt sie eine Vorderpfote (das nennt sich „Vorstehen“ und ist bei einigen Jagdhunden typisch) und erst DANN sprintet sie los. Sobald sie sprintet habe ich verloren und kann nur noch warten bzw. hinterher laufen. Aber wenn ich sie bereits rufe, sobald sie ihre Körperhaltung verändert oder die Pfote hebt, kann ich sie abrufen, belohnen und anleinen. Ich habe also über Beobachtung die „Schnittstelle“ gefunden, an der ich den Kreis durchbrechen konnte.


Stress Essen was du tun kannst


Schritt 05: Setze deine Lösung wirklich um!

Wenn du also einen Lösungsansatz gefunden hast, kommt der schwierigste Teil – die Umsetzung. Denn in Stresssituationen ist es natürlich gar nicht so leicht, sich an sein Vorhaben zu erinnern und es dann auch wirklich umzusetzen. Hier könnte wieder das „Tagebuch“ helfen. Wenn du es dabei hast, kannst du dir erst noch einmal deinen Lösungsweg durchlesen und somit den den Handlungskreis durchbrechen. Oder du schreibst dir für solche Situationen einen Brief an dich selbst in das Büchlein, den du dir durchliest.

Wenn du die Möglichkeit hast -sprich sofort mit deinem Verbündeten, wenn du merkst, dass du Gefahr läufst die Kontrolle zu verlieren! Greif direkt zum Telefon und hol dir mentale Unterstützung – so ein Gespräch kann Wunder wirken.

Vielleicht überlegst du dir auch Belohnungen für jede Situation, in der du widerstehen kannst! Diese Belohnung sollte natürlich nichts mit Essen zu tun haben, das wäre absolut kontraproduktiv! Stattdessen wäre eine Massage, Kaffeetrinken mit einer Freundin, ein Wellnesstag, eine neue Hose oder was auch immer dich motiviert sehr viel effektiver.

Man sagt, dass man etwas circa 30 Mal machen muss, um es zu verinnerlichen. Probier doch aus, ob dir ein hübsch gestaltetes Plakat mit 30 Feldern, die du abharken kannst. Wenn du 30 Mal wiederstehen konntest, solltest du dir einen besonderen Wunsch erfüllen.

Schritt 06: Gib niemals auf!

Glaub mir – ich weiß, wie schwer dieser Weg ist! Und ich weiß, wie frustrierend es ist, gegen dieses eingefahrene System zu verlieren! Ich kann mich an Abende erinnern, wo ich vor Frust und Wut in mein Kissen geheult habe!

Aber der Schlüssel zum Erfolg ist es, immer wieder aufzustehen, sich den Staub abzuklopfen und es erneut zu probieren. Nur DU kannst etwas an dieser Situation ändern, und du wirst es auch schaffen. Die einzige Frage ist, wie lange es dauert.

Es ist okay, zu versagen. Es ist okay frustiert zu sein, zu weinen oder verzweifelt zu sein. Nicht okay ist es, aufzugeben. Das ist das einzige, was du verinnerlichen solltest.

Ich hoffe so sehr, dass dir dieser Blogpost hilft, dein Stress Essen zu überwinden! Wenn dir dieser Blogpost geholfen hat, würde ich mich sehr freuen, wenn du mir auf meinen Social Media Kanälen folgst und meinen Blog weiter empfiehlst. Auf diese Weise kann ich mehr Leute erreichen, bekomme mehr Feedback und kann Artikel schreiben, die euch wirklich weiter helfen! Liebe Grüße, deine Debora

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Weiter geht es bald mit Teil 03 der Blogreihe „Frust Essen – So wirst du es los!“.

Das könnte dich interessieren:

EMOTIONALES ESSEN – Teil 01: die Gründe

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3 Comments

  • Reply
    EMOTIONALES ESSEN - Debora Groneberg Debora Groneberg
    4. Januar 2018 at 1:06

    […] Weiter geht es hier: Teil 02: Stress Essen – Was du tun kannst! […]

  • Reply
    Eva
    29. Oktober 2017 at 20:02

    Liebe Debora,
    wirklich einleuchtend, WAS Du schreibst, aber WIE Du es konkret geschafft hast, fehlt mir hier.
    Was hast Du damals konkret gemacht, wenn Du einen starken Essensdruck empfunden hast, wenn die Bedürfnisspannung/Anspannung in dem Moment größer schien als Deine Willenskraft?
    Bei mir legt sich in solchen Momenten ein Schalter um, und ich kann nicht mehr anders, oder meine Gedanken drehen sich so lange ums Essen, bis ich schlußendlich nachgebe.
    Hab noch einen schönen Sonntag Abend.
    Liebe Grüße
    Eva

    • Reply
      Debora
      29. Oktober 2017 at 21:41

      Liebe Eva,

      danke erstmal für deine ausführliche Antwort!
      Meine persönliche Strategie war REDEN, das hat mir definitiv am meisten geholfen. Das heißt, sobald ich diesen Druck empfunden habe, habe ich SOFORT mein Handy geschnappt und einen Mann oder meine Schwester angerufen (so wie unter Schritt 05 beschrieben). Wir haben dann so lange telefoniert, bis ich wieder alleine die Kontrolle hatte.

      Natürlich hat das anfangs nicht immer funktioniert – aber dann habe ich halt alles daran gesetzt heraus zu finden, WARUM nicht (zu spät angerufen? Den Tag über zu wenig gegessen, sodass gleichzeitig Heißhunger im Spiel war?).

      Alternativ könntest du dir auch eine Aufgabe ausdenken, die du erledigen musst, bevor du zum Essen greifst. Zum Beispiel, musst du erst aufschreiben, wie du dich gerade fühlst, warum du essen möchtest etc. Das alles hilft beim Verarbeitungsprozess!

      Letztendlich geht es ja darum, das Ventil „Essen“ durch ein anderes zu ersetzten (telefonieren, Sport – what ever. Sobald du handelst, denkst du nicht mehr nach! Ventile braucht jeder Mensch, Essen sollte aber nicht die Lösung sein.

      Und natürlich solltest du dir darüber Gedanken machen, ob dein Stress Level sich senken lässt – Stress macht uns einfach dauerhaft krank.

      Ich hoffe, ich konnte dir helfen! Ich werde mir auf jedenfall nochmal Gedanken machen, welche „Ersatzventile“ eine gute Option sind und darüber einen eigenen Blogpost schreiben.

      Ganz liebe Grüße,
      Debora

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